Wasser in der Praxis

Kaltanwendungen nur auf warme Körperregionen! 

Bei Kältegefühl vor einer Kaltanwendung durch Bewegung erwärmen. Nach Kaltanwendungen Wasser abstreifen und eventuell durch Bewegung für Wiedererwärmung sorgen, dann ankleiden oder ins Bett. Zu Hause darauf achten, dass der Raum, in dem man die Kneippanwendungen ausführt (z. B. Badezimmer bei Güssen und Bädern, Schlafzimmer bei Wickel, Auflagen und Waschungen) gut warm ist und jede Zugluft vermieden wird.

 

Krank? Arzt fragen! 

Bei bestehenden Beschwerden ist vor Beginn immer eine diagnostische Abklärung notwendig. Auch scheinbar unbedeutende Störungen können Vorboten ernster Erkrankungen sein. Im Zweifelsfall immer den Arzt zu Rate ziehen.

 

Biologische Rhythmen beachten 

Die Tagestemperatur des Körperkerns ist um ca. 3.00 Uhr morgens am tiefsten und um 15.00 Uhr nachmittags am höchsten – das muss berücksichtigt werden. Kaltreize wirken vormittags stärker, Warmreize am Nachmittag und abends. Unmittelbar nach dem Essen keine Kneippanwendungen vornehmen – zumindest 30 Minuten warten. Auch nach großen körperlichen Anstrengungen sollte man etwas Zeit vergehen lassen.

 

Güsse: Der Wasserdruck ist wichtig

Für Güsse soll das Wasser nur mit sehr geringem Druck aus dem Schlauch, der einen Durchmesser von ¾ Zoll aufweisen sollte, fließen. Die normale Brause lässt am Körper keinen idealen Wassermantel entstehen. Am besten verwendet man ein Gießrohr, das mit einem einfachen Verschluss am Brauseschlauch angebracht werden kann. Gießrohrsets erhält man im Sanitär-Fachhandel (z. B. von der Firma Grohe). Der Druck soll so sein, dass der Wasserstrahl bei nach oben gerichtetem Schlauch noch ca. 1 Handbreit nach oben geht und dann herunter fließt. Vorteilhaft ist ein Lattenrost aus Kunststoff, so dass man bei Güssen nicht im Wasser steht.

 

Nur die zu behandelnde Körperregion entkleiden! 

Entkleidet werden, vor allem bei kalten Anwendungen, nur die zu behandelnden Körperregionen. Nach Warmanwendungen abtrocknen und ankleiden oder ins Bett. Wechselanwendungen verstärken den Reiz. Der Temperatursprung von warm auf kalt bestimmt die Stärke. Wechsel 2- bis 4-mal. Bei schlechter Wiedererwärmung wird warm abgeschlossen, sonst kalt. 

Serien-Behandlungen sollen täglich erfolgen. Eine Anwendung am Morgen und eine nachmittags oder abends sind zur Vorbeugung ausreichend. Durch Wasserbehandlungen wird im Körper ein Rhythmus ausgelöst, der erst nach etwa zwei Stunden abklingt. Daher nicht zwei oder mehrere Anwendungen hintereinander durchführen. Die Technik der einzelnen Anwendungen sollte in einer Kneippkuranstalt oder in einem der Seminare der Kneipp-Aktivclubs erlernt werden.