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Abhärtung


Abhärtung dient dazu, krankmachende Einflüsse besser abwehren zu können. Es geht um ein Training der Immunkraft, das - wie jedes Training - regelmäßig erfolgen soll. An erster Stelle sind hier die Kneippanwendungen zu nennen:


Kneipp spezial zur Abhärtung: Kalter Knieguss, Oberkörperwaschung, Wassertreten


Hervorragend wirkt eine kurze kalte Abgießung nach der Reinigungsdusche oder der Knieguss am Morgen. Der Knieguss regt die Herztätigkeit an und beugt Venenproblemen vor. Wesentlich für die Abhärtung ist die Fernwirkung auf die Blutgefäße des Rachens - dort wird durch die kräftige Durchblutung Krankheitserregern das Eindringen erschwert. Verboten sind kalte Anwendungen an Füßen und Beinen bei Erkrankungen der Nieren und Blase.


Bestens zur Abhärtung geeignet ist auch die kalte Oberkörperwaschung (Waschungen) am frühen Morgen. Durchführung: Den Oberkörper, beginnend bei der rechten Hand, in raschen Zügen kalt befeuchten. Nicht abtrocknen, wieder anziehen und noch eine halbe Stunde gut zugedeckt im Bett ruhen.


Die regelmäßige Sauna dient der Abhärtung und fördert die Ausscheidung von Schlacken (Stoffwechselprodukten). Die Sauna ist aus dem Kneipp-Programm nicht wegzudenken!


Die klassische Kneippanwendung, die nicht nur der Abhärtung dient, ist das Wassertreten. Wird das Wassertreten am Abend durchgeführt, dient es ganz ausgezeichnet der Schlafförderung - auch der gesunde Schlaf ist für ein funktionierendes Immunsystem wichtig.


Trockenbürsten:
Fenster öffnen! Man beginnt mit einer guten Massagebürste oder mit dem Luffa-Handschuh an der rechten Fußsohle zu bürsten, weiter in großen Strichen Richtung Herz, bis das ganze Bein umrundet ist. Dann beginnt man wieder an der rechten Fußsohle, diesmal in kleinen Kreisen zu bürsten, dann nochmals in großen Strichen. Mit dem linken Bein verfährt man genauso. Bauch und Kreuz werden im Uhrzeigersinn mit Kreisen bedacht, dann Hände und Arme - zuerst in Strichen, dann in Kreisen, dann wieder in Strichen, beginnend bei der rechten Handfläche. Danach die Brust in Achterschleifen und den Rücken, so gut man dazukommt (mit einer Stielbürste).


Die ganze Prozedur dauert 2 Minuten. Man verbindet den Hautreiz mit dem Luftbad - das bei offenem Fenster und kalter Witterung auch einen thermischen Reiz bringt. Die Haut wird sehr gut durchblutet und kann ihrer Funktion als Abgabe-, Aufnahme- und Schutzorgan noch besser nachkommen.


Kneippanwendungen können mit ganz geringem Zeitaufwand durchgeführt werden und sind mit keinem materiellen Aufwand verbunden. Jeder kann sie durchführen - jeden Tag. Regelmäßig durchgeführt, bringen sie großen Erfolg.


Heilpflanzen zur Förderung der Immunkraft:
Zubereitungen aus dem Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) werden zur Steigerung des Immunsystems in Erkältungszeiten eingesetzt. Tropfen, Tinkturen oder homöopathische Zubereitungen gibt es in standardisierten Präparaten in der Apotheke. Als Tee ist der Sonnenhut nur wenig wirksam. Das Wissen um die Heilwirkung des Roten Sonnenhuts geht auf die Indianer zurück. Sie haben entdeckt, dass Blüten, Blätter und Wurzeln die Abwehrkraft steigern. Heute ist nachgewiesen, dass die Wirkstoffe den Bakterien das Leben erschweren.


Hagebutten: Ein besonders Vitamin-C-reiches Getränk ist der Hagebuttentee. Die Hagebutten werden nach dem ersten Frost geerntet, die vollreifen Früchte werden der Länge nach aufgespaltet, von den Kernen befreit und sehr schnell - im Backrohr bei 40 Grad - getrocknet. In einem Schraubglas aufbewahren - öfter auf Schimmelpilzbefall kontrollieren. Für den Tee 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 l Wasser kalt zustellen. 10 Minuten bis zum Sieden erhitzen, abseihen und genießen. Man kann die Hagebutten auch einfrieren und daraus im Winter frische Marmelade oder Mus zubereiten - ein gesunder Genuss zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten.


Ernährung fördert die Immunkraft:
Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass Vitamin C in ausreichender Menge das Immunsystem stärkt. Das Immunsystem hat die Aufgabe, Krankheitserreger unschädlich zu machen.


Besonders wichtig sind dabei die weißen Blutkörperchen, deren verschiedene Arten (sehr vereinfacht dargestellt) die krankmachenden Erreger suchen und unwirksam machen. Ständig entstehen so genannte freie Radikale, das sind aggressive Substanzen, die die Zellen schädigen können und die weißen Blutkörperchen an der Arbeit hindern.


Vitamin C neutralisiert die freien Radikale und schützt so die weißen Blutkörperchen und damit unsere Abwehrkraft. Auch die zur Abwehrformation gehörenden Lymphozyten werden durch Vitamin C zur Aktivität angeregt.


Es lohnt sich, in Erkältungszeiten besonders Vitamin-C-reich zu essen: Paprikaschoten, Orangen, Kiwis, Sauerkraut, Grünkohl, Kohlsprossen, Brokkoli, Schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren, Petersilie, Dille. Ein Hit unter den Vitamin-C-reichen Lebensmitteln sind Sanddornbeeren und Hagebutten.


Besonders Raucher und Sportler brauchen viel Vitamin C, da ihr Immunsystem ständig unter Stress steht. Auch Diabetiker brauchen reichlich Vitamin C zum Schutz ihrer Blutgefäße.


Achtung: Vitamin C ist sehr empfindlich. Durch lange Transportwege und lange Lagerung wird es zerstört, es ist hitzeempfindlich und geht beim Kochen zum Großteil verloren.


Stress beeinträchtigt die Abwehrkraft. In stressreichen Zeiten - die leider sehr oft auch Zeiten mit erhöhter Erkältungsgefahr sind - unbedingt durch Sport und Entspannungsmethoden für Ausgleich sorgen. Die Lebensordnung nach Kneipp zeigt Wege zur inneren Balance.

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